Wenn es draußen immer kälter wird und die Tage kürzer und dunkler, dann mag ich es ganz besonders, mich am Wochenende drinnen mit ein paar Keksen und Kerzenlicht einzukuscheln. Ich liebe schöne Kerzen, aber auch von tollen Kerzenständern kann ich einfach nicht genug haben. Es gibt natürlich auch unendlich viele Varianten zu kaufen, aber ich wollte mir gerne ein paar schlichte Kerzenwürfel selbst bauen. Hier zeige ich euch, wie es geht, damit auch ihr bald gemütlich im Kerzenwürfel-Licht zu Hause sitzen könnt.

Kleiner Hinweis: Für Do-it-yourself-Anfänger ist das Projekt leider nicht geeignet, da mit „schwerem Gerät“ gearbeitet werden muss. Hobby-Handwerker, die schon einiges an Werkzeug besitzen, werden mit diesem Projekt am meisten Freude haben.

Und ja – ich säge ganz einfach in meinem Wohnzimmer, da ich keinen extra Werkraum zur Verfügung habe. Deshalb habe ich mir im Baumarkt mehrere Quadratmeter Plastikfolie (Malerfolie) gekauft, die ich dann immer über meine Möbel ausbreite. Dabei ist es wichtig, ganz besonders darauf achten, dass alle technischen Geräte sicher abgedeckt sind, denn sägen staubt ganz schön! Deshalb muss die Folie am Ende auch vorsichtig zusammengefaltet und draußen ausgeschüttelt werden.

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Forstnerbohrer

 

Für dieses Projekt braucht ihr recht viele unterschiedliche Zutaten:

* Quaderförmiges Holzstück mit ca. 6-7 cm Kantenlänge. Ich habe einen Pfosten verwendet, weil der schön günstig war. Allerdings ist das Holz sehr hart, wie ich beim Bohren der Vertiefung feststellen musste. Deshalb erkundigt euch im Baumarkt gerne nach weicherem Holz.

* Bohrmaschine, die stark genug ist, um einen Forstnerbohrer zu verwenden

* Forstnerbohrer (ja, mit o, und nicht mit ö), mit 40mm Durchmesser (passt dann genau für ein Teelicht)

* Stichsäge (eine Handsäge ist bei so einem dicken Holz nicht zu empfehlen). Das Sägeblatt muss ebenfalls für das dicke Holz geeignet sein.

* Lineal und Bleistift

* 2 Farben: 1x Buntlack, 1x Klarlack. Klarlack ist häufig auf Acrylbasis, das bedeutet, es wird auch noch

* Pinselreiniger (oder Terpentinersatz o.ä.) benötigt, da die Pinsel nicht mit Wasser ausgewaschen werden können. Wem das zu kompliziert ist, der kann stattdessen auch auch Farben auf Wasserbasis verwenden – dann ist kein Pinselreiniger nötig und die Pinsel können einfach mit Wasser ausgewaschen werden.

* 2 Pinsel – entweder geeignet für Acrylfarben oder wasserlösliche Farben. Aber keine Sorge: Falls die Pinsel nicht die Richtigen sein sollten, dann ist das auch nicht so schlimm. Es kann nur sein, dass Pinsel für wasserlösliche Farben durch den Pinselreiniger auf die Dauer etwas schneller kaputt gehen.

* 2 oder mehr Schraubzwingen

* Schleifpapier (+ evtl. Schleifklotz oder Holzstück)

* Kreppband

* Plastikplane oder –Folie zum abdecken

* alte Zeitungen o.ä. zum Schutz vor Farbspritzern

* Kehrschaufel/ Staubsauger

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Zuerst müsst ihr die gewünschte Höhe für die Kerzenständer auf dem Holz markieren, bevor ihr es in Stücke sägt. Dabei ist es wichtig, dass ihr es aus Sicherheitsgründen unbedingt mit den Schraubzwingen an eurem Arbeitstisch befestigt.
Bezüglich Arbeitstisch: Ich verwende einen alten weißen Holztisch – wenn er nicht für’s Handwerken in Gebrauch ist, dann wird er als Gäste- oder Beistelltisch verwendet. Natürlich hat er Flecken und Schrammen, aber mit einem Tischläufer stört das dann nicht besonders. Und ab und an bekommt er einfach wieder eine neue weiße Farbschicht.

Nach dem Zusägen ist es sinnvoll, die Holzwürfel mit dem Schleifpapier etwas abzuschleifen. Mit gröberem Schleifpapier kann man sie auch ausgleichen, falls sie etwas schief geworden sind. Am einfachsten geht das, wenn man das Schleifpapier um den Schleifklotz oder ein Stück Holz wickelt – so kann mehr und regelmäßigerer Druck auf die Fläche ausgeübt werden.

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Bitte die Holzwürfel gut festklemmen

Dann ist die Vertiefung für die Kerzen an der Reihe. Ganz wichtig ist es, auch diesmal die Holzstücke richtig zu befestigen: Ich habe sie zwischen zwei große Reststücke geklemmt, die ich mit den Schraubzwingen am Tisch befestigt habe. Markiert nun die Mitte der Oberseite, so dass ihr die Spitze des Forstnerbohrers daran ausrichten könnt. Und dann müsst ihr vorsichtig anfangen, zu bohren, bzw. eigentlich besser zu fräsen. Das erfordert ein ganzes Stück Übung, bis man den richtigen Druck raus hat – auch ich bin anfangs immer wieder verrutscht. Aber – nichts ist perfekt. Je härter das Holz, desto schwieriger ist es. Ich habe recht lang gebraucht, bis ich die Löcher so tief hatte, wie ich sie haben wollte.

Anschließend muss der Raum von Staub und die Sägespäne gesäubert werden, bevor die Farbe dran ist. Auch die Malerfolien können wieder von den Möbeln und elektrischen Geräten entfernt werden – die Holzwürfel zu streichen macht nicht so viel Dreck und braucht auch nicht viel Platz. Dafür dauert es aber insgesamt mehrere Tage, weil jede Farbschicht zwischen 12 und 24 Stunden trocknen muss. Ausgiebiges Fönen verkürzt diese Zeit auch nur minimal (Jaja – ich habe es getestet, nachdem ich mal wieder ein bisschen Last-Minute dran war… Also unbedingt genug Zeit einplanen, bevor ihr die Würfel verschenken wollt! :-)  )

diy_wuerfel8Bitte nicht vergessen, den Untergrund schön mit Zeitungspapier o.ä. abzudecken, damit nichts spritzt. Und alte Kleidung schadet auch nicht. Ihr könnt die Würfel natürlich anmalen wie auch immer es euch gefällt. Ich habe mich für halbe-halbe Natur und farbig entschieden. Zuerst muss die deckende Farbe aufgetragen werden: Dazu die nicht zu streichenden Stellen mit Kreppband abkleben. Und dann  – ganz wichtig! – die Kante mit der transparenten Lackfarbe versiegeln, und trocknen lassen. Nur so erreicht man, dass die deckende Farbe nicht zum Teil unter das Kreppband verläuft. Anschließend die deckende Farbe ein- bis zweimal aufgetragen. Sobald die Farbe etwas angetrocknet ist, kann das Kreppband entfernt werden. Falls doch etwas verlaufen ist, dann lässt sich das mit Schleifpapier korrigieren. Zuletzt habe ich die kompletten Würfel (außer natürlich den Boden) zweimal mit der transparenten Lackfarbe versiegelt. Kleiner Tipp dabei: Wenn ihr die Würfel zum Streichen bzw. Trocknen auf kleine Holzstücke stellt, so dass sie etwas Abstand zum Untergrund haben, dann kleben sie nicht am Papier an. Denn aus eigener Erfahrung macht es nicht so viel Spaß, festgeklebtes Zeitungspapier wieder zu entfernen. ;-)

So – endlich fertig!

 

Ein paar Worte noch zur Sicherheit

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Da es beim Arbeiten mit Bohr- und Sägemaschinen laut wird und auch Materialstückchen abplatzen können, arbeite ich inzwischen immer mit Schutz: Ich ziehe langärmlige Kleidung an, schütze meine Hände mit Arbeitshandschuhen, die Augen mit einer Schutzbrille, die Ohren mit Gehörschützern (alternativ gehen auch Ohropax o.ä.), und Nase und Mund mit einer Schutzmaske. Ja, das sieht nicht sonderlich schön aus und ist auch nicht so gemütlich. Vor allem die Schutzmaske empfinde ich als etwas unangenehm. Aber immer noch besser, als im Nachhinein den ganzen Holzstaub in der Nase zu haben (glaubt mir, ich spreche aus Erfahrung ;-)  ) Und normalerweise passiert auch sonst nichts. Aber sicher ist sicher!

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